[Fazit] Die blauen Marsmännchen.

Aua!
Irgendein imaginärer Filmfanatiker hat mich wegen dieser Überschrift gerade telepathisch geschlagen! (Was für ein Satz.) An alle, die mit dieser Überschrift nichts anfangen können, rate ich: schlagt die Zeitung auf, sucht die Kinocharts und lasst den Zeigefinger zur #1 gleiten. Was lest ihr da? Yo. „Avatar – Aufbruch nach Pandora“. (Wieso habe ich gerade ‚Yo‘ geschrieben? Regression lässt grüßen! Schluchz!)

Dieser Eintrag ist da, um alle Avatar-Gegner zu überreden und alle Avatar-Fanatiker zu besänftigen. An sich: eine kleine Film-Empfehlung.

EIGENTLICH wollte ich „Avatar“ gar nicht sehen. Ich weiß noch den Tag, als der Trailer das erste Mal im Web auftauchte. Die Filmseite erlebte einen Crash, alle Seiten, die ihn anboten, wurden überrannt. Ich dachte die ganze Zeit, „Avatar“ wäre die Verfilmung dieses glatzköpfigen Kerlchens mit Pfeil-Tattoo …

Aus reiner Langeweile klickte ich dann den Trailer an und dachte nur: Huh? Wieso sind die Viecher denn nun blau? Und wo ist der Glatzkopf?

Mein Kopf war an diesem Tag damit überfordert, speicherte den Trailer als „schlechte Verfilmung einer Serie“ ab und vergaß den Trailer.

Iiiirgendwann tauchte der Trailer wieder auf. Dieses Mal war mein Gehirn fitter und verstand: Aha! Das ist ein anderer Film! So so.
Der Elefant guckt den Trailer und denkt sich gleich danach: Hm. Doof. Langweiliger Trailer. Ganz arg viel Fantasy. Zu viel. Fad.
Und so vergaß ich ihn ein zweites Mal. (Welch armer Film.)

Iihirgendwann lief dann der Film an. Der Trailer kam nun im Fernseher, ich sah ihn öfter, ließ ihn auf mich wirken. Sah ihn dann nochmal bei Youtube und las die Kommentare von den Leuten. „Bester Film, den ich je gesehen habe!“ stand da ganz oft. Ich war irritiert.

Und ging am 02.01.2010 gleich mal ins Kino. Erster 3D-Film. Ignorieren wir, dass der Film falsch eingestellt war und ich mich danach fühlte, als hätte ich einige Tage durchgesoffen (mein armer Kopf), denn dafür kann der Film nichts.
An sich ist zu sagen: die Geschichte ist nichts neues. Pocahontas im Fantasyzeitalter. Die Dialoge sind nicht umwerfend, eigentlich vergisst man alle nach dem Film wieder.

Dennoch hat mich der Film fasziniert. Irgendwie. Er hat mich – rein in meinem naturverbundenen Glauben – berührt. Viermal liefen mir die Tränen übers Gesicht. Immer wieder saß ich staunend vor der Leinwand und fragte mich: „Entstammt dies wirklich einem Computer?“ Es sah so täuschend echt aus, dass man als Filmfreund vor Glück weinen wollte. Ein Hoch auf die Technik! Ich habe noch nie so makellose und wunderschöne PC-Produkte wie die Na’vi (die blauen Ureinwohner Pandoras) gesehen.
Gleichzeitig machte der Film deutlich, wie wichtig die Natur ist. Als im Film die Heimat der Na’vi, der Lebensbaum, von den korrupten Menschen zerstört wurde, musste ich schluchzen und weinen, weil es mich derart ergriff. Nicht nur das Leid, das auf der Leinwand gezeigt wurde – die kreischenden und weinenden Na’vi – sondern auch die Gewissheit, dass es derart grausame Menschen auch bei uns gibt. Hier. Jetzt. In der Realität und Gegenwart.

Seien wir ehrlich: heutzutage schert sich niemand mehr um die Umwelt. Allen voraus Amerika, die es nicht einmal übers Herz bringen, ihren CO2-Ausstoß zu verringern. Die Welt stirbt langsam und wir sind die Schuldigen.
Jeder der diesen Film sieht und mitansehen muss, wie die Na’vi unter den Menschen leiden, versteht hoffentlich, dass wir auch eine Natur haben, die wir zu schützen haben. Dass wir in einem Zeitalter leben, wo wir handeln müssen. Wir können verhindern, dass irgendwann die Menschen von seelischem Schmerz gepackt, um die Natur weinen, wie im Film die Na’vi. Aber so wie es aussieht, tun wir das nicht.

Vielleicht rüttelt der Film einige Menschen auf.
Hoffentlich ist er für sie nicht nur ein Blockbuster mit einer netten Liebesgeschichte und viel Geballer. Hoffentlich sehen sie mehr dahinter.

Hach, meine kleinen Erdnüsse. Jetzt bin ich total vom Weg abgekommen!
Alsoo … ich habe den Film heute ein 2. Mal in 3D gesehen und wäre es nicht so schweineteuer, würde ich ihn noch öfter sehen. Denn ich weiß, dass man ihn im Kino sehen soll, solange man die Möglichkeit dazu hat. Wartet nicht, bis er auf DVD erscheint, denn dort wird er euch nicht so begeistert und überzeugen, wie auf einer (3D)Leinwand. Glaubt mir!

Auf jeden Fall kann ich ihn euch mit ganzem Herzen dazu raten, den Film zu sehen. Erwartet keine Überraschungen (alles voraussehbar, ehrlich) und keine einzig- und neuartige Geschichte. Lasst euch einfach von der Botschaft und den Bildern und all dem Gefühl, das mir sooft die Tränen in die Augen trieb, begeistern.

Und nun: husch husch! Bestellt euch Kinokarten!

P.S. Fast alle 3D-Vorstellungen sind hier im netten Augsburg ausverkauft oder es sind nur noch die Doofi-Plätze in der 1. Reihe frei. DAS sagt doch auch schon was! (Wenn ihr mir nicht glauben wollt.)

P.P.S. Eine Milliarde Dollar in drei Wochen eingenommen. (Wenn ihr mir noch immer nicht glauben wollt.)

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3 Gedanken zu “[Fazit] Die blauen Marsmännchen.

  1. Doch, ich glaube dir ja, nur bei uns ins Kino zu gehen ist kein einfaches Unterfangen.
    Das ist aber ein anderes Thema…
    zu deinem Blogeintrag muss ich sagen, dass du mich ja auch irgendwie überzeugst.
    Du fandest den Trailer also auch doof. xD Dann kann ich den Film ja vielleicht auch gut finden.
    Mal sehen, wann ich in ein Kino komme. Ist schwierig, wenn man immer nur in Städten unterwegs ohne Kino oder nur mit einem minikleinen Budenkino voller defekter Filme, die Monate nach der premiere und auch ohne 3D, weil nichts bei uns für sowas ausgelegt ist, ist.
    Das war ein langer Satz ♥

    Liebe Grüße,
    Jul

    1. Avatar – dümmlicher „Pocahontas“ für 3-D Fetischisten

      http://freidemzen.wordpress.com/2010/01/15/avatar-%E2%80%93-seichter-%E2%80%9Epocahontas%E2%80%9C-fur-3-d-fetischisten/

      Avatar ist ein pervertierter Superlativ. „Das Teuerste“, „das Größte“, „das Neuste“ Schmierentheater! Denn wo offenbar mit der visuellen Ästhetik geprotzt wurde, hat man am Drehbuch/Inhalt mächtig gespart. Seicht-dröge Action- Liebesgeschichte im Alien-Gewand, zwischen Pocahontas und banal.

      Da fragt man sich nur, warum müssen moderne Blockbuster eigentlich immer so unsäglich dümmlich sein. In Zukunft – schlage ich vor – die Dialoge zu behalten und beim nächsten Filmvorhaben, marginal verändert, wieder zu verwenden. Wahlweise in ein amerikanisches Romeo-und-Julia-Ghetto gepackt oder in ein Historienepos versetzt. Da spart man sich das lästige „Rumgeschreibe“ und kann gleich mit dem Animieren beginnen. Da kann groß „VOM MACHER VON TITANIC“ und „MIT DER GESCHICHTE UND DEN DIALOGEN AUS AVATAR“ geworben werden.

  2. Also ich mag dieses „glatzköpfige Kerlchen mit Pfeil-Tattoo“ auch sehr xD
    -schwenkt zwei Avatar-Fähnchen-

    Avatar ist wirklich ein wunderbarer Film – mit seinen Mängeln, aber was soll’s :’3
    Hast du ja alles schon genannt!
    Allerdings hatte mich der Trailer von Anfang an überzeugt xD Wir saßen grad im Kino, da kam er.
    Familiäre Zwischendiskussion:
    Bruder: „Saskia, gehen wir da hin?“
    ich: „Aber klar! Papa?“
    Papa: „Meinetwegen.“
    ich: „Mami?“
    Mami: „Gerne.“
    So schnell können Entscheidungen gefällt werden (; Und es kommt echt nicht oft vor, dass der gesamten Familie ein Trailer so gefällt, dass sie den Film sehen wollen -lach-

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