[Film] The Fountain


Handlung nach Moviepilot.de:

Im Jahr 1535 reisen die spanischen Konquistadoren und ein Priester unter der Führung von Kapitän Tomas Verde in den Dschungel der Mayas, um ein Geheimnis aufzudecken. Im Jahr 2500 reist ein anderer Tom in einem Raumschiff und hat eine wertvolle Fracht an Bord sowie Erinnerungen an den Dschungel der Mayas und eine verlorene Liebe. In der Gegenwart arbeitet Tommy Verde an einer fortgeschrittenen Heilmethode für Krebs, als er erfährt, dass seine Frau Izzi unheilbar erkrankt ist: an Krebs – und Tommy kann ihr nicht helfen.

_______________________________________

Darren Aronofsky ist wie ein Künstler: Jedes Bild seines Films „The Fountain“ ist ein in sich stimmiges, optisches Meisterwerk, das begeistert. Ich merkte, wie ich immer wieder fast dazu geneigt war, die Pause-Taste zu drücken und das festgehaltene Bild länger zu betrachten, um seiner Schönheit gerecht zu werden. Die Optik ist ein Traum und sicherlich ein Goldstück auf der Leinwand – leider kam ich nicht in den Genuss und musste auf die Bluray-Disc zurückgreifen.

Jedoch haben es zwei andere Aspekte zu meinen Pluspunkten geschafft, nicht alleine die Optik: Zum einem Hugh Jackman, zum anderem Clint Mansell.
Ersterer hat mich mit einem sehr intensiven Schauspiel begeistert, zumal das Augenmerk des Films auch die meiste Zeit auf ihm liegt. Hugh beherrscht sein Werk – eindeutig. Wann immer bei ihm im Film die Tränen flossen, liefen sie auch über meine Wangen. Es sah bei ihm nicht falsch, nicht gekünstelt aus, sondern schlichtweg realistisch und wunderschön fassbar (was ich zuletzt bei Ewan McGregors Schlusstränen in „Moulin Rouge“ sagen konnte). Das Leid und die Verzweiflung seines Charakters ist der rote Faden des Films. Der tragische Kampf gegen den Tod, das Streben nach Heilung. Erst zum Schluss nimmt er das Ende allen Lebens an – auch den seiner geliebten Frau und Königin. Auch wenn es schmerzhaft ist, so ist der Tod doch ein unumgänglicher Teil unserer Existenz, mit dem wir uns anfreunden müssen, auch wenn wir es nicht wollen.
Es nützt nichts, gegen ihn anzukämpfen … wir müssen ihn akzeptieren. Um zum Schluss die gleichen Worte wie Izzie zu flüstern: „I’m not afraid anymore.“
Unterstrichen wird der Film von einem der womöglich besten Soundtracks, die mir in den letzten Jahren begegnet sind. Herr und Meister dieses perfekten, traurigschönen Soundtracks? Clint Mansell. Ich kannte die Musik Jahre, bevor ich den Film endlich sehen konnte. Und ich werde sie heute sicherlich nicht das letzte Mal gehört haben.

Das größte Manko des Films sind die drei Handlungsstränge, mit denen viele Zuschauer ihre Probleme haben werden. Meine Eltern wollten den Film einst auch sehen, haben aber bereits nach einer Stunde abgebrochen, weil er ihnen einfach zu wirr erschien und sie keinen Zusammenhang zwischen allem erkennen konnten.
Die Idee mit der Geschichte in der Geschichte gefiel mir, auch der Plot von dem Wissenschaftler, der seine todkranke Frau retten möchte. Aber ich wurde bis zum Ende nicht schlau auf der Geschichte mit dem buddhistisch angehauchten, glatzköpfigen Tom und dem Baum, wenngleich dieser eindeutig für Izzie steht. Natürlich habe ich dann auch meine Gedanken ins Rollen gebracht und interpretiert und interpretiert … Letztendlich landete ich doch auf einem ganz anderen Ast, wenn ich mir die Erklärung von Wikipedia durchlese, wo von einem Weltraumreisenden aus dem Jahr 2500 die Rede ist.
Der Film gibt nicht auf alles Erklärungen, vieles muss man sich selbst erschließen oder aber auch zusammenreimen. Das ist – wie gesagt – das größte Manko.
Eventuell wäre der Film ein größerer Genuss gewesen, wenn man sich auf die beiden ersten Handlungsstränge (Spanien und Tom&Izzie) konzentriert hätte. Aber gut … wäre „The Fountain“ dann noch „The Fountain“ oder nicht einfach nur ein normales Drama? Tja.

Kein Film für Jedermann, jedenfalls dürfte die Handlung nicht jeden Zuschauer begeistern. Wer aber gerne mal ein Auge für den Plot zudrückt und sich gerne optisch und musikalisch begeistern lassen möchte, wird mit diesem Film glücklich werden.

Ich liebe perfekte Bilder in Filmen und habe ein großes Herz für Soundtracks, weswegen ich den Plot-Makel problemlos ignorieren und 9 von 10 Bäumen verteilen kann.

Advertisements

4 Gedanken zu “[Film] The Fountain

  1. Ich. Liebe. Diesen. Film.
    Ich hab den vor ein oder zwei Jahren entdeckt und war dermaßen begeistert, dass ich ihn gleich Freunden und Verwandten empfohlen und mir den Soundtrack rauf und runter angehört habe. Bald mach ich mit Freundinnen einen DVD-Abend – da kommt The Fountain sicher dazu 😀
    Geplant waren ja in den Hauptrollen Angelina Jolie und Brad Pitt – zum Glück sind’s die nicht geworden! Ich mag Hugh Jackman einfach viel lieber und Rachel Weisz hat diese Augen, die einfach perfekt dazu passen…

    1. Brangelina für „The Fountain“? [Mir hat sich gerade spontan der Magen umgedreht.]
      Dann ein freudiges HALLELUJAH, dass das nicht realisiert wurde. Ich kann mich dir total anschließen: die beiden sind perfekt für die Optik des Films und für die Charaktere. Sie passen einfach wie die Faust aufs Auge. Man hat ihnen alles – wirklich alles! – abgekauft. Sehr reales Schauspiel …

      Und ja, Rachel hat wirklich sehr passende Augen für den Film 🙂 So groß und nachdenklich.

      Dann wünsche ich dir schon einmal viel Spaß für den Videoabend mit Freunden! Ich bin gerade auch geneigt, einen (mit diesen Film) zu machen, aber irgendwie rechne ich damit, dass meine Freunde dann alle 5 Minuten die Pausetaste drücken und nachfragen würden 😉

      1. Ja, den beiden war das dann zu blöd oder so (Aronofsky soll ja nicht ganz einfach sein). Zum Glück! (Oute mich gerne als Hugh-Jackman-Fan – mein perfekter Mann wäre eine Kreuzung aus Hugh Jackman und Robert Downey Jr. … ansonsten reicht auch Hughs um zehn Jahre jüngerer Zwillingsbruder :D)

        Oh, kann ich verstehen – den Film muss man in Stille genießen – danach kann man heiß diskutieren. Zum Glück kennen die Freunde den Film schon genauso auswendig wie ich (hab ich ihnen ja ganz unauffällig unter die Nase gedrückt und ihnen (beinahe) Waffengewalt befohlen anzuschauen). Da geht das dann 😀

  2. „…Der Film gibt nicht auf alles Erklärungen, vieles muss man sich selbst erschließen oder aber auch zusammenreimen. Das ist – wie gesagt – das größte Manko…. “

    Ist das ein Manko?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s