Wenn Buchreihen zu Ende gehen …

Was tut man dann in diesem Moment?

Ich habe mich gestern Abend gefragt, wie ich mich gefühlt habe, als ich die letzte Seite von “Der Herr der Ringe” gelesen habe – wahrscheinlich hab ich geflucht, weil alles gut ausging und wegen Frodo mit den Augen gerollt. Der Ende der geliebten “Harry Potter”-Reihe gehe ich gekonnt aus dem Weg, indem ich den letzten Teil (so schön und tragisch er auch sein mag) nicht lese. Da dieser aber bald in den Kinos erscheint, ist das auch wieder pupsegal. [Man darf dann damit rechnen, dass ich im Kinosaal vor der Leinwand zusammenbreche und “WARUM?” kreische.]

Ansonsten gibt es nicht viele Buchreihen, die es den Weg in mein Regal gefunden haben. Ach genau – die Twilight-Reihe! Muss gestehen, dass ich den vierten Teil auch irgendwann abgebrochen habe. Aber nicht, weil ich dem Ende entkommen wollte, sondern weil ich mir ernsthaft die Frage stellte, was ich da las (und das hatte nichts damit zu tun, dass ich es im englischen Original gelesen habe).

Nun hat es aber eine kleine, aber feine Trilogie geschafft, mich kurzzeitig zum Verzweifeln zu bringen, indem es … nun ja, eine Trilogie ist und ich Teil 3 fertiggelesen habe. Die Rede ist von der Cathy-Vickers-Trilogie, über die ich schon einmal berichtet hatte. Verfasst wurden sie von Jordan Weisman & Sean Stewart, die großartige Cathy Briggs nahm einen Song zur Trilogie auf und steuerte die Zeichnungen und Skizzen in den Tagebüchern bei.

Erzählt wird die Geschichte von Cathy, die sich in den jungen Chinesen Victor Chan verliebt. Aber es handelt sich nicht um die typische Lovestory, in denen das Pärchen sich anhimmelt und den Boden unter den Füßen verliert. Cathy und Victor kommen sich sogar ziemlich oft in die Haare. Eine meiner Lieblingsszenen ist der Moment im ersten Teil, indem die beiden das erste Mal aus sind und Cathy sich dafür extra ein teures Kleid gekauft hat. Nachdem sie Victor darauf anspricht, ob es ihm denn gefalle, bejaht er. Er sagt, dass das Kleid schön wäre – aber es ihm neu wäre, dass man auf einmal zu Kleidungsstücken greift, die Sachen betone, die man nicht besitzt. Während er spricht deutet er auf ihre Brüste. Cathy wäre ohne ihr Temperament nicht Cathy, weswegen sie ihm in dem überteuerten Restaurant als Antwort gleich einmal die Creme Brulee über den Kopf kippt.

Im Laufe der Geschichte findet sie heraus, dass Victor nicht normal ist. [Nein, hier spoilere ich nicht bösartig! Wer den Klapptext des zweiten Teils liest, erfährt das gleiche!] Er ist einer von sehr wenigen Unsterblichen. Wer hier gleich automatisch an Vampir denkt, liegt falsch. Um zu leben, muss Victor kein Blut saugen, nein. Er … lebt einfach ewig. Ebenso wie  sein Vater, der sich im zweiten Teil ebenfalls in Cathy verliebt und offenbart, dass er Leben zerstören würde, wenn sie sich ihm nicht hingab. (Es wird also nicht langweilig!)

Im dritten und letzten Teil, den ich gestern gelesen habe, wird die Vernichtung von Urahn Lu angestrebt. Aber wie soll man einen Unsterblichen töten? Ja – mit einem Serum, das ihn zum Sterblichen macht und das im zweiten Teil zufällig in Cathy’s Hände fällt. Nur stellt sich das nicht so einfach heraus. Zum einen versuchen die Unsterblichen, Cathy und Victor zuvor zu ermorden, zum anderen muss sich  Cathy die Frage stellen, ob sie mit Victor wirklich glücklich werden kann. Oder ob es nicht doch einfacher wäre, wenn sie eine Beziehung mit dem Sterblichen Denny anfängt und Victor zu der Unsterblichen Jun geht. Und dann macht Victor auch noch etwas furchtbar dummes …

Die Sache ist die: Wenn irgendwo steht, dass sich ein Mädchen in einen Unsterblichen verliebt, denkt jeder automatisch an das Vorzeigepaar Edward Cullen & Isabella Swan. Nur haben Victor & Cathy ÜBERHAUPT nichts mit den beiden gemein. Man könnte fast sagen, sie sind das komplette Gegenteil. Während Edward mit Charme und Komplimenten bei den Frauen punktet, schreckt Victor nicht zurück, Leute zu töten und ist auch noch erschreckend ehrlich und direkt. Nette Worte entkommen ihm auch relativ selten 😉 Cathy ist auch eine selbstbewusste, junge Dame, die die Trilogie mit einem Punkt zu einem Schmankerl macht: Humor.

Cathy hat Sarkasmus und Humor mit Löffeln gegessen und lässt das den Leser auch spüren. Sei es mit verrückten Metaphern oder lustigen Bemerkungen. Natürlich sind die Bücher auf keinem stilistischen Meisterniveau, es sind nunmal Jugendbücher, aber – verdammt nochmal! – sie  sind furchtbar unterhaltsam 😀 Kopf ausschalten, lesen, grinsen und im besten Fall auch noch Victor oder Cathy  anhimmeln.

Jedenfalls finde ich es schade, dass ich gestern mit dem dritten Teil fertig wurde, dessen Ende richtig nach einer Fortsetzung schreit. Zum ersten Mal wurde es in dem Band richtig tragisch (Victor!) … Als Bonus beinhaltet dieser Band ein XXL-Poster, das leuchtet und den titelgebenden Ring. Leider passt er mir mit meinen Wurstfingern nicht – aber zum Glück gibt es noch die chinesische Münze, die Victor Cathy am Ende des 2. Teils schenkt 😉

 

Leute! Wenn ihr guten Humor haben wollt, inklusive richtig guter Ideen (die leider alle viel zu kurz ausfallen), dann lest die Cathy-Vickers-Trilogie. Hopp!

 

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8 Gedanken zu “Wenn Buchreihen zu Ende gehen …

  1. Lynn. Harry Potter wird dich umbringen.
    Zumindest, wenn du das Buch vorher nicht gelesen hast! xD

    Hach, damals ging es mit mit Darren Shan so. Aber da gibt es eigentlich ein ganz einfaches Mittel: Einfach immer wieder lesen! Wenn einem Bücher so gut gefallen, kann man früher oder später wieder zugreifen und das mehr als nur einmal.

    Hach. Irgendwann les ich auch weiter. Wenn mein SuB kleiner ist und ich das Geld habe! xD

    1. Ich weiß ja aber schon, was alles passiert, Shiii! 😛 Und ich werd Potter schon noch lesen. Früher oder später!

    1. Hi Hi 😀 Tu das! Ich hoffe, sie gefallen dir dann 😉 Sie werden dich jetzt als Leser nicht unbedingt fördern, aber einmal pure Unterhaltung tut auch ganz gut :]

  2. Krass o.O, ich hab den dritten Teil irgendwie verpasst. Mir geht es im Übrigen sehr ähnlich, HP7 habe ich auch nicht gelesen. Allerdings aus dem Grund, dass ich das komische Gefühl nicht loswerde, dass das auch ein wahnsinniger Fan geschrieben haben könnte. Als ich mit dem Hörbuch angefangen habe, hat mir das irgendwie gar nicht zugesagt. Zu twilight habe ich eine sehr sehr sehr schlechte Meinung. Der erste Teil war wundervoll, da bin ich mir noch mit dem Rest der Welt einig. Aber den Zweiten fand ich tot(!)langweilig, den Dritten habe ich nach einem Viertel abgebrochen, weil ich die Handlung echt verwirrend und absonderlich fand und den Vierten habe ich erst gar nicht gekauft, weil mich der Klappentext angewidert hat. Entschuldigung aber mit einem BABY! Ein Ausgewachsener und ein BABY!

    1. -lach-
      Den vierten Teil habe ich damals abgebrochen, weil mir alle Charaktere fremd erschienen und sie sich nicht wie gewohnt verhielten. Auf einmal kamen sie mir wie Sex-Vampirchen vor, die entweder ihre freie Zeit im Bett oder im Wald verbringen. Zwar waren die Dialoge zwischen Rosalie & Jake lustig, aber das war es auch schon. Die Sache mit dem Baby ist mir auch etwas zuwider … irgendwie ist Nessie ein Störfaktor in der Geschichte (so gerne ich kleine Kinder auch mag).

      Den dritten Teil fand ich gar nicht so schlecht 😉 Aber mittlerweile bin ich der Meinung, dass es bei der Twilight-Reihe tatsächlich reicht, wenn man die Filme gesehen hat. So viel geht aus den Büchern auch nicht verloren – jedenfalls vermisst man nichts. Bei Harry Potter ist das nicht so … Deswegen werde ich den siebten Teil auch früher oder später noch lesen 😀

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