Vom Makel des ersten Apple oder: Erwin.

Darf ich euch jemanden vorstellen? Ich muss das tun, weil dieser Jemand in naher Zukunft einen jeden meiner Beiträge begleiten wird. Wir werden ihn also nicht mehr so schnell los.

Er heißt Erwin. Und nun bereits zum traurigen Fakt dieser Geschichte: Erwin ist tot. Und zusätzlich noch rot. („Alles was sich reimt, ist waaahr!“) Aber keine Angst: er gehört nicht zur Gattung Mensch, sondern nennt sich Subpixel. Besser gesagt: Subpixelleiche im roten Anzug. Sein kleines Grab hat er nach einem Tag auf dem Bildschirm meines neuen (wie gesagt: ein Tag alt) MacBook Pros gegraben und nun liegt er hier: klein und doch sichtbar, rot und Lieder summend … gut, der letzte Teil stimmt nicht so ganz.

Ehrlich gesagt staunte ich nicht schlecht, dass ich das erste Mal in meinem Leben einem toten Pixel begegnete. Vor allem hätte ich eher damit gerechnet, ihn in meinem 400€-Netbook zu finden, dessen Display gerne hier und da von Leuten eingedrückt wird, weil sie mir dieses und jenes zeigen wollen. Wirklich liebevoll bin ich damit auch nicht umgegangen und hier und da ist es auch aus meinem Bett geplumpst. Alles in allem gab es genügend Situationen, in denen es zum Pixelselbstmord hätte kommen können. Wollten sie aber nicht.

Stattdessen winken mir die Pixelzombies (in meinem Fall zum Glück nur einer) von dem werkfrischen Apple-Produkt, das über 1.000 € gekostet hat. Natürlich kann man Pixelsterben auch nicht vor teueren Geräten bewahren, aber bei einer solchen Investition hatte ich nicht gleich mit einem Fehler gerechnet – und das nach einem Tag.

Nun stellte (oder doch noch stellt?) sich mir die Frage, ob ich das Gerät umtauschen sollte oder nicht. Ein Gespräch mit dem Apple-Support hätte klären können, ob sie das MBP wegen eines toten Subpixels zurücknehmen oder nicht. Hätten sie es nicht getan, hätte ich noch immer von meinem 14-Tage-Rückgaberecht Gebrauch nehmen und es ohne Angaben von Gründen zurückschicken können. Aber selbst wenn ich mir danach wieder ein Macbook (oder meinetwegen ein Win-Gerät) gekauft hätte, hätte man mir keine 100% Sicherheit geben können. Pixel sterben nun mal. Der Technikgott holt sie früher oder später zu sich.

Die meisten, mit denen ich darüber gesprochen haben – auch auf Facebook und Twitter – raten mir dazu, das Gerät zurückzuschicken und mir für den stolzen Preis auch ein fehlerfreies Exemplar zu besorgen. Und eigentlich wollte ich das auch. Aber mittlerweile sind bereits ein paar Tage mit dem Auftreten des Zombies vergangen und ich merke, dass es mich nicht sonderlich stört. Sicherlich sehe ich Erwin hier und da deutlich, aber er hat sich eher zu einem Störenfried wie ein ungeliebter Verwandter entwickelt: man mag ihn nicht wirklich, aber man kann mit ihm leben. Immerhin hat er sich in einer meiner Lieblingsfarben eingekleidet und jetzt den Namen meines momentanen, lispelnden Kollegen abbekommen.

Ach ja: so tolle Programme mit bunten Videos, die man unter den toten Pixel legen soll, habe ich auch schon probiert, aber das hat rein gar nichts gebracht. Könnte Erwin lachen, hätte er es da wohl getan und verlangt, dass ich ihm einen anderen Film zeige. (JA, ich rede mit meinem Pixellemming!)

Zur Zeit heißt es also zu 65 %, dass Erwin mein kleiner neuer MBP-Begleiter wird und ich das Gerät nicht umtausche. Aber ich habe ja noch 14 Tage Zeit, den Schwanz einzuziehen.

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Ein Gedanke zu “Vom Makel des ersten Apple oder: Erwin.

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