Once upon a december …

Überfüllte Kassen und kurz vor Weihnachten. Die Leute schieben ihre Einkaufswagen mit ausdruckslosen Mienen und murmelnden Dialogen durch die Gänge, in denen man sich als Kind leicht verirren konnte – aber auch zum Spielen verführt haben.

In der Nähe der Kassen, von wo das betörende Bleep-Geräusch im Sekundentakt durch die Luft flog, befanden sich die vollgestopften Regale mit Spielzeug. Tamagotchis, Plüschtiere, Barbies, Puzzles und Rennautos … jedes Kind konnte in den drei Gängen sein Herz verlieren und seinen Eltern endgültig die Nerven rauben. Ich war leider eines dieser Kinder (und bin ich noch immer), das sich in jedem Geschäft in irgendeinen Gegenstand verliebte und ihn sofort (aber wirklich SOFORT) haben wollte. Wenn nicht, war die Welt nahe dran, jeden Augenblick in einem lauten Feuerwerk zu explodieren und nichts außer dicken Krokodilstränen auf dem runden Kindergesicht zu hinterlassen.

An einem Tag sagte ich zu meinen Eltern, dass ich bei dem Spielzeug auf sie warten würde und, kaum dort angekommen, lief ich durch die Kindheitsträume, eingepackt in eisernen Regalen. Die kindliche Interesse blieb hier und da hängen, aber es war eine oberflächliche Liebe, die ein baldiges Ende gefunden hätte. Bis ich etwas besonderes sah: auf einem der oberen Regale befand sich eine Anastasia-Puppe (ja, der Film um die russische Zarentochter), in welcher sich eine kleine Spieluhr befand. Wenn man sie öffnete, spielte sie „Es war einmal im Dezember“ (im Original „Once upon a december“). Damals fand ich das Lied großartig – über zehn Jahre später kann ich sagen, dass es von allen Kindheitsfilmen das Lied war, das mich niemals losgelassen hat und nach wie vor das schönste für mich ist. (Tut mir leid, Disney!)

Ich weiß noch, dass ich lange Zeit dort in diesem Gang stand und die Spieluhr immer und immer wieder betätigte, während ich die Melodie mitsummte, die nie aus meiner Erinnerung verschwunden ist. Nach einiger Zeit kamen meine Eltern mit dem Einkaufswagen bei mir an. Sie wollten, dass alles ganz schnell ginge und wir den Laden verlassen, indem wir hurtig zahlen und uns auf den Heimweg machen. Ich bettelte meine Mama an, dass sie mir doch die Puppe kaufen möge, weil die Spieluhr dabei wäre und ich sie liebe! (Was ich wohl damals – leider – beinahe zu allem gesagt habe, das ich gerne wollte) Es kam der übliche Spruch, dass wir heute nichts kaufen würden. Für den Spruch bin ich im Nachhinein dankbar, weil ich ansonsten eine verwöhnte Göre ohne Wünsche gewesen wäre. Nur rückblickend wünsche ich, ich hätte meine Eltern an dem Tag erweichen können … Ich gab viel zu schnell nach und die Puppe verschwand … und irgendwann mit ihr auch das Geschäft und meine Kindheit.

Nun bin ich zwanzig und kriege noch immer eine Gänsehaut, wenn „Once upon a december“ gesungen wird. Man muss es nur summen und das behütete Gefühl der Vergangenheit umgibt einen wie eine glitzernde Blubberblase. Leider sind nahezu alle wichtigen Fanartikel zu dem Film ausverkauft. Sucht man bei Google nach der Spieluhr, findet man nur etliche Such-Anzeigen, in denen verzweifelte Mädchen und Frauen (wie ich) das World Wide Web anbetteln, die Spieluhr bitte auszukotzen, damit man sie endlich sein Eigen nennen kann. eBay gähnt vor Leere und beheimatet nur ein paar Barbies, von denen ich gar nicht mehr sicher weiß, welche ich wollte (wahrscheinlich war es die frisch-aus-dem-Waisenhaus-Anastasia-Barbie, die ich damals wollte) und welche tatsächlich die kleine Spieluhr hat. Ach ja: die paar Barbies gibt es nur im Ausland und zu Preisen, die sich meist nahe des dreistelligen Bereichs aufhalten. Und das ist für eine Studentin nicht drin, egal, wie sehr sie dieser Kindheitserinnerung nachhängt.

Was will ich mit dem Eintrag hier bewirken? Das Mütter ihren Kindern Barbies kaufen, weil diese irgendwann zur Rarität werden? Ne! (Doch!) Ich will euch vielmehr um eines bitten: solltet ihr plötzlich auf eurem Dachboden diese kleine Spieluhr finden, die „Once upon a december“ spielt, vergesst euer geldgieriges Ich, das sie sofort bei eBay verscherbeln möchte, sondern macht ein groß gewachsenes Kind, das noch immer Fan ist, glücklich! Ich freue mich auch auf jegliche Hinweise zu der Spieluhr oder wo ich sie erwerben könnte 🙂 Danke!

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5 Gedanken zu “Once upon a december …

  1. ACHTUNG! ACHTUNG!

    Bei der Benutzerin >Angi< mit der E-mail Adresse sweetyangelina@hotmail.de handelt es sich um eine Betrügerin! Ich bin leider darauf reingefallen, habe fast 50 Euro für die Spieluhr bezahlt und sie ist NIE angekommen. Mein Geld bekam ich auch nie zurück.

    Also liebe Leute, nimmt euch in Acht. Ich wünsche es keinem. Verlasst euch nicht auf Privatverkäufer, die sehen es meistens nur auf euer Geld ab.

    Liebe Grüße

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