[Fazit] X-Men: Erste Entscheidung

Nun ja. Eigentlich „X-Men: First Class“, was es um einiges besser trifft, als der eingedeutschte Titel, der wohl pure Action und dramatische Entscheidungen ausdrücken will. Sollen sie, wenn sie denken, dass das mehr Zuschauer bringt.

Ich habe den Film zwar bereits vorletzten Freitag gesehen und danach relativ rasch mein Fazit verfasst, möchte es aber jetzt, mit Verspätung, auch an meine Leser weitergeben. Vielleicht braucht hier ja noch der ein oder andere einen Stoß Richtung Kino – mach ich gerne!

Zusammenfassung laut Moviepilot:

X-Men: Erste Entscheidung: Wie der Titel schon vermuten lässt, wird in diesem Film die Geschichte der ersten Klasse erzählt, die an Professor Xaviers Mutantenschule unterrichtet wurde. In den 1960ern Jahren: Der junge Professor Charles Xavier (James McAvoy), in seinen Zwanzigern, mit üppiger Haarpracht und zu Beginn des Films noch nicht im Rollstuhl, studiert in Oxford und trifft auf den gleichaltrigen Erik Lensherr (Michael Fassbender). Beide sind Mutanten mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Gemeinsam erdenken sie eine Zukunft, in der Mutanten und Menschen vereint leben können. Als das Wohl der Welt auf dem Spiel steht, kämpfen sie mit vereinten Kräften und der Hilfe von anderen Mutanten gegen die drohende Gefahr des Hellfire Clubs mit Emma Frost (January Jones) und Sebastian Shaw (Kevin Bacon). Erst im Laufe dieses Kampfes werden die beiden zu den Todfeinden der vorherigen Filme.

Mein Fazit:

Aller Anfang ist schwer – „X-Men: First Class“ scheint leichtfüßig über all dem zu stehen.
Bereits eine der ersten Sequenzen, welche die fulminante Geschichte der Mutanten einleitet und in einem Konzentrationslager in Polen den jungen Erik – später bekannt als Magneto – zeigt, weiß auf eine spezielle Art und Weise zu beeindrucken. Zwischen Drama und Spannung – trotz der Gefahr hin, dass man als deutscher Bürger von Holocaust-Rückblicken bereits abgestumpft ist. In dieser Szene hebt sich auch ein anderer Schauspieler, die letzten Jahre eher unauffällig, hervor: Kevin Bacon. Anfangs als deutscher Nazi-Arzt Klaus Schmidt, der sich im Laufe der Geschichte als Sebastian Shawn zur größten Gefahr für die „First Class“ entwickelt.
Zwischen MTV-Romantik, Nazi-Horror und lebendigem Geschichtsunterricht mit Bond-Flair wird der Kalte Krieg auf eine neue, durchaus interessante Weise neu interpretiert und dargelegt. Die Bilder sind schön inszeniert, die Schnitte für meinen Geschmack manchmal zu harsch gewählt. Auch an den Special Effekten kann man nicht einen deutlichen Grund zum Meckern finden, auch wenn mir die Flatter-Flügel von Zoe „Angel“ Kravitz meist unweigerlich ein Lachen entlockten. Aber da sind die Geschmäcker einfach verschieden. (Hier soll auch angemerkt werden: Mystique sah in den anderen Teilen „echter“ aus, als in „First Class“.)
Auch wenn January Jones als Emma Frost den meisten Männern den Kopf verdrehen wird, sollte man das eigentliche Highlight des ganzen Films nicht aus den Augen lassen: Michael Fassbender als Erik/Magneto. Unfassbar! Mit McAvoy als Xavier konnte ich erst zum Ende hin warm werden, anfangs hatte er einfach zu übertrieben einen Stock im Arsch (pardon). Aber Erik … wow! Die schauspielerische Darbietung des Deutsch-Iren Fassbender, die Inszenierung, wie auch der ganze Plot um seinen Charakter haben den Film für mich sehr sehenswert gemacht. Seinetwegen würde ich wohl auch ein weiteres Mal ins Kino laufen. (Edit: Nächste Woche ist das auch nochmal der Fall. Endlich!) Da stimmte einfach alles: von den Holocaust-Anfängen, bis hin zum Ende als Magneto, welches nach einer Fortsetzung schreit. Magneto war bereits in den letzten Teilen ein interessanter, faszinierender Charakter, der mit Fassbenders Darstellung des jungen Erik an mehr Tiefe gewonnen hat. Und ja: die Faszination, die da unweigerlich für das Holocaust-Opfer und den ,bad boy‘ aufkommt, wurde bei mir zumindest verstärkt.
Alles in allem ein sehr stimmiger und spannender Film, der in jedem Fall unterhält. Die etlichen Cuts und Szenenwechsel haben mich persönlich, neben dem Geflatter von Angel, am meisten gestört, weil sie die aufgekommene Atmosphäre zu schnell verscheuchten, aber das ist rein subjektiv und nur ein kleines Minus im Gegensatz zu den Pluspunkten von „First Class“. Ich verzeihe dem Film auch den kleinen Fehler, dass Alex Summers in den Anfängen der X-Men dabei ist, wo er doch der kleine Bruder von Scott Summers (Cyclops) ist. (Anmerkung am Rande: Stellte da noch einige andere Unstimmigkeiten zu den restlichen „X-Men“-Filmen fest, aber sei’s drum! Sollen sich andere dafür die Haare raufen.) Wer eine Vorliebe für richtig gute Bösewichte hat, sollte sich „X-Men: First Class“ ansehen. Denn Michael Fassbender & Erik … danach will man sich einfach die Finger lecken.

8 von 10 Silbermünzen

P.S. Als Serien-Fan hat es mich sogar ein kleines bisschen gefreut, dass ich Ray Wise (Leland Palmer, „Twin Peaks“) und Brendan Fehr (Michael Guerin, „Roswell“) entdeckt habe. Von Nicholas Hoult (Tony Stonem, „Skins“) muss man ja nicht erst anfangen 😉

P.P.S. Für alle Goodie-Fans: Es erwarten euch zwei Cameo-Auftritte, obwohl einer eher nebensächlich ist, dafür der andere großartig.

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